Gedichte

Aus OL-Wiki

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Inhaltsverzeichnis

Orientierungslauf

von Fritz Trampusch

Wer nie durch Disteln, Dornen lief
und laut nach einem Posten rief,
wer nie durchs Unterholz gekrochen,
wen keine Wespe je gestochen,
wen nie gesucht am falschen Ort
der kennt nicht diesen schönen Sport.

Karte lesen, Richtung messen,
Schritte zählen nicht vergessen,
kräftig schnaufen, Kompass drehen,
unter alle Büsche sehen,
Sumpf durch waten, leise fluchen,
nebenbei noch Beeren suchen...

Das von jung und alt betrieben
Mit viel Spaß und viel Vergnügen,
kreuz und quer, hinab, hinauf-
nennt sich "Orientierungslauf"!

Wie der Weihnachtsmann zum OL kam

von Henning Düsterhöft

Neulich lief ich durch den Wald,
Als hinter mir 'ne Glocke erschallt.
Es war ein gar wundersam Geläut',
Machte mich bange und doch erfreut.
So war es kurz vor Posten Vier,
Da stand der Weihnachtsmann neben mir.
Erst dacht' ich ja, es wär ein Geist,
Denn ich glaubte nicht an den, der Ruprecht heißt,
Doch er sprach "Ho ho ho, du siehst recht,
Ich bin's, der gute Knecht!"
Mir war nicht ganz wohl in meiner Haut,
Als er mir tief in die Augen geschaut.
"Ach hilf mir bitte, braver Mann,
Ich hab mich verlaufen in diesem Getann!"
Eigentlich war mir dies gar nicht lieb,
Die Zeit war's, die mich weiter trieb.
Ich sagte "Ruprecht, mir fehlt die Kraft,
Ich laufe gerade Meisterschaft.
Das kannst Du doch mit mir nicht machen..."
Doch er fing herzhaft an zu lachen.
"Was ist schon Dein verpasster Sieg
Gegen Hunger, Elend und Krieg?
Hilf mir, den Kindern Glück zu bringen,
Damit sie wieder lachen und singen.
Du hast doch eine Karte in Händen
Mit deren Hilfe wir aus dem Walde fänden."
Ich wollte mit dem Herrn keine Fehde
Und was blieb mir übrig nach moralischer Rede?
Doch dann kam mir die rechte Idee;
Ich sagte "Ruprecht, nun seh!
Schau doch mal auf Deine Figur:
Du bist ja auch nicht der Dünnste nur!
Ein bisschen Bewegung täte Dir gut.
Nun schnapp' Dir all Deinen Mut
Und renn' mit mir die Strecke zu Ende,
Diesen Kompromiss gerecht ich fände!"
Da der Weihnachtsmann bekanntlich weise,
Sprach er schließlich, wenn auch leise:
"Nun gut, ich will es versuchen;
Bringst Du mich hier raus, bekommst Du Kuchen!"
So liefen wir also zusammen weiter,
Der Weihnachtsmann blieb sogar heiter.
Er war zwar nicht sonderlich schnell,
Doch beharrlich hing er an meinem Fell.
Wir konnten also nach einigen Meilen
Gemeinsam die Ziellinie übereilen.
Nun gut, für den Sieg reichte es nicht mehr,
Dafür war Ruprecht einfach zu schwer.
Ich merkte jedoch recht schnell:
Er hatte Freude am OL!
Er sagte noch: "Vielleicht komm ich mal wieder
Nach der Zeit der Weihnachtslieder!"
Dann ließ er ein tiefes "Adieu" von sich hören,
Bevor er sich aufmachte zu der Welten Gören.

Verirrungslauf

von Gunther Steinböck

Es laufen Menschen kreuz und quer
im Waldgelände hin und her.
Bisweilen sieht man sie auch gehen
und sinnlos im Gelände stehen.
Sie halten Karten in der Hand,
weil meist die Gegend unbekannt.
Oft pendelt auch noch seitwärts lose
ein Kompaß von der Sportlerhose.
Sie rufen, fragen nach den Posten!
Die Auskunft lassen sie sich kosten
vieleicht ein Bier, vieleichtauch zwei,
mag sein, der Biere sogar drei. -
Recht planlos, mal bergab, bergauf,
das ist der Orientierungslauf.

Der Bahnleger

von Wolfgang Grummt

Lang bevor die Läufer starten,
sitzt gebeugt er über Karten;
legt fest - um alles zu verwerfen,
beginnt dann neu - das kostet Nerven.
Im Gelände dann vor Ort,
Änderungen dauern fort.
Kahlschlag, Windbruch, frische Saaten,
all das fordert neue Taten.
Änderungen an der Konzeption
sind für ihn bereits die Regel schon.
Doch die Mühe und die Plage
führt zur richt`gen Bahnanlage.
Wettkampfbahnen wie nach Maß
machen dann den Läufern Spaß.
Es loben Bahnleger und Bahn
die, die als Sieger kommen an.
Andre, die am Posten suchen,
Bahnleger und Bahn verfluchen.
Lob und Tadel in kurzer Zeit
ist Dank für viele Kleinarbeit.
Trotzdem - nicht verzagen,
in den nächsten Tagen
gibt es wieder viel zu tun;
neue Arbeit wartet nun.

Orientierungslauf ist wunderbar

von ??

Orientierungslauf ist wunderbar,
übe ihn das ganze Jahr!
Aber ohne Temo- Spritze
kommst Du niemals bis zur Spitze.
Renne nicht um Kopf und Kragen,
stärker ist des Nachbars Wagen.
Bei der allergrößten Hitze
Hilft 'ne helle Läufermütze.
Fall'n vom Himmel weiße Flocken,
Trage Schal und woll'ne Socken.
Such bei Frost und Dauerregen
Nur nach Sand- und Tannenwegen.
Lass bei Bergen Vorsicht walten,
Runter kann man schneller schalten.
Nebel? Lass das Training sein!
Trinke lieber Bier und Wein,
Meide aber Schnaps und Milch,
würdest sonst ein schlapper Knilch.
Schlucke niemals schnelle Pillen,
Traue lieber Deinem Willen.
Halte jede Hektik fern,
und im Klub hat man Dich gern.
Laufe nicht zu flott und viel,
Lange leben sei Dein Ziel!

OL-Zwanzigzeiler von Markus Diener

Veröffentlicht in OLVZ-News 1/04 bis 4/05. Webseite

Der OL-Läufer Möggi Mohr (1/04)

Der OL-Läufer Möggi Mohr
Nimmt sich zum Jahreswechsel vor:
Grundsätzlich härter zu trainieren,
um alle Gegner zu schockieren,
bei Kraft, Konstanz und Stehvermögen
noch ein paar Zacken zuzulegen,
den Rhythmus und den Stil zu schulen,
Longjoggingstrecken abzuspulen,
und für das winterliche Laufen
den Iiisi-Fönggschn-Dress zu kaufen,
und jeden Tag trotz kalten Füssen
das Winterwetter zu geniessen.
So steigert man, das weiss er schon,
die Wettkampfgrundkondition....
Das hat sich Möggi vorgenommen.
Doch jetzt schaut er sich tiefbeklommen
das miese Tagesklima an,
und kurzentschlossen spricht er dann:
„Nein, heute bleibe ich zu Hause.
Zuerst kommt jetzt die Wintnerpause!!!”


Die Läuferin Sieglinde Bader (2/04)

Die Läuferin Sieglinde Bader
ist jetzt im OL-Nachwuchskader.
Seit ihren Schnüerli-OL-Jahren
ist sie an jeden Lauf gefahren:
ins Welschland und ins Engadin,
ins Baselbiet und ins Tessin
mit Vater, Mutter, Schwester Bruder
(so wie die Simme Niggli-Luder).
Sie lernt, den Kompass handzuhaben,
quer durch den dicksten Lauch zu traben.
Ob Blochiwegli, Karrenfelder,
ob Stadtparks oder Alpenwälder-
sie steigt zumeist auf das Podeste
als Dritte, Zweite oder Beste.
Jetzt fängt der Ernst des Lebens an.
Trainiert wird jetzt nach Trainingsplan
Mit Lob, Kritik und Analyse.
Im NWK gilt die Device,
nur höchste Ziele anzupeilen:
So sechs bis sieben Goldmedaillen!!

Der OL-Läufer Gottfried Welter (3/04)

Der OL-Läufer Gottfried Welter
ist wiederum ein Jährchen älter.
Hat er der Jahre fünf verbrungen,
gehört er wieder zu den Jungen,
(wenngleich auch eine Stufe töifer)
der greisen Seniorenläufer:
von Oldies sieb zu Oldies acht!
Der Gottfried Welter aber macht
Mit Lust sich an das erste Rennen.
(„Kollegen, jetzt lernt ihr mich kennen!“)
im frisch belaubten Frühlingsholz.
Schon vor dem Starten ist er stolz,
dass abends dann im Internet
der Welter ganz zuoberst steht,
nicht so wie meistens letztes Jahr,
wo er als „Alter“ hinten war!
Dann dreht er ein paar Ehrenrunden,
auf Anhieb hat er nichts gefunden!!
Er landet nur im Mittelfeld!!!
So kommt der Welter auf die Welt!!!!

Der Leistungssportler Speedy Grau (5/04)

Der Leistungssportler Speedy Grau
ist eine echte OL-Sau.
Er trabt und rennt nicht, nein er saut
durch Lauch und Binsen, Busch und Kraut.
An Löchern, Gräben, tief und nass
hat er wie eine Wildsau Spass.
Drum sieht man nach dem Lauf am Ziel
von seinem Tenu nicht mehr viel.
Verdreckt, verpflastert, aufgeweicht:
Der Spitzenläufer Speedy gleicht
so ziemlich einem Wurzeltroll,
belaubt, bemoost und alles voll
von Humus, Lehm, von Schrammen, Schmissen,
die Hosen rund herum zerissen.
Doch dann im engen Duschenraum
verschwindet er im Seifenschaum,
nach Murcks und Schweiss und Stress und Chrampf
in Bodylouschn, Duft und Dampf.
Geföhnt, gescheelt, gekämmt – voll Scharm:
Statt OL-Sau ein Mädchenschwarm!!

Der OL-Gattin Dora Knauf 6/04

Der OL-Gattin Dora Knauf
begegnet man an jedem Lauf.
Zwar rennt sie selber keinen Schritt,
doch fiebert sie seit Jahren mit
dem Mann, den Töchtern und den Söhnen,
die allesamt dem OL frönen.
Vor jedem Start ein Fitness-Menu!
Und fehlt auch nichts vom Wettkampftenu?
Sie sucht den Bädsch der Tochter Ann,
die Stulpen ihrem Ehemann.
Sie fährt beim Hin- und Rücktransport
bis an den fernsten Wettkampfort.
Sie steht am Start, sie steht am Ziel.
Nichts – wirklich nichts ist ihr zuviel.
Ob Klagemauer, Blitzableiter,
stets ist sie aufgestellt und heiter.
Doch sagt sie Töchtern, Mann und Söhnen:
„Man darf euch nicht zu sehr verwöhnen.
Jetzt steigt ihr ein, jetzt geht’s nach Haus.
Dort wascht ihr eure Socken aus !!!“

Dem OL-Läufer Ludi Lee (7/04)

Dem OL-Läufer Ludi Lee
tut ständig irgend etwas weh.
Beim Aufstehn schon spürt er ein Zwicken,
sei es im Nacken sei’s im Rücken.
Trinkt er den Frühstücksdrink zu warm,
so bläht’s ihm den Zwölffingerdarm.
Trinkt er hingegen ihn zu kühl,
hat er ein Unterdruckgefühl.
Seit Jahren knirschen seine Knie,
drum hat er mit dem Training Mühe.
Geht’s dann im Wettkampf steil bergauf,
fehlt binnen Kürze ihm der Schnauf.
Auch darf er nie die schlaffen Sehnen
beim Wegliblochen überdehnen.
Und dieser dumpf-diffuse Schmerz:
Milz ? Leber ?? Nieren ??? Lunge ???? Herz !?!?!
Er leidet selten stumm und still,
klagt jedem, der es hören will.
„Doch sonst“, so lautet sein Befund,
„fühl ich dank Sport mich kerngesund!“

Der OL-Läufer Arthur Hummler (8/04)

Der OL-Läufer Arthur Hummler
gilt als erfahrner Weltenbummler.
Der OL einzig in der Schweiz,
der hat für ihn zu wenig Reiz.
Ob Spessart, Schwarzwald, ob Vogesen,
der Hummler ist schon da gewesen. 
Beim ersten Frühlingssonnenstrahl 
steht er am Start in Portugal.
Und brennt die Sonne allzu stark,
verschiebt er sich nach Dänemark.
Im Südtirol, in der Tschechei,
der Hummler, der ist stehts dabei.
Unglaublich ist es, doch er kennt
Dank OL jeden Kontinent:
Savannenrace in Afrika,
Six-Days-Cup in den USA,
Tasmanien, Honkong, Feuerland -
auch da ist Hummler schon gerannt.
Und doch: Am schönsten ist es halt
daheim im Grotzlichrachenwald!


Der OL-Läufer Gotthilf Bucher (9/04)

Der OL-Läufer Gotthilf Bucher
gilt allgemein als Postensucher.
Den Piepston kann er kaum erwarten,
um wie vergiftet loszustarten.
„Ein Trampelpfad, dann alles quer,
fünfhundert Meter ungefähr,
stets schön gradaus in dieser Richtung,
dann kommt schräg oben eine Lichtung,
als Attackpoint ein Einzelbaum,
und dann bin ich im Postenraum...“
Allmählich fragt er sich beklommen:
„Hab ich den falschen Pfad genommen?“
Entschlossen rennt er noch ein Stück,
dann hält er an und schaut zurück.
„Dort leuchtet’s rot! Bei jenem Stein,
jawoll, dort muss der Posten sein!“
Doch – „So ein Mist!!“ – was muss er sehn:
Statt 94 110 !!
„Die Gegend hier, sie ist nicht sooo!
Wo bin ich nur ? Wo bin ich ?? Wooo ???
Aha, dort laufen ein paar Knaben,
die werden wohl den Posten haben...“
Doch ausser Spesen nichts gewesen!
„Nun muss ich besser Karte lesen!!
Mein Kompass taugt heut auch nicht viel.
Ich laufe lieber nach Gefühl!“
So „hühnert“ er Dreiviertelstunden,
dann hat er endlich ihn gefunden,
den Posten 1, und japst benommen:
„Da bin ich auch schon durchgekommen !?“
Der Rest des Laufs ist bald erzählt:
 Der Bucher hat sich durchgequält.
Nach Schlenkern, Schnitzen auf der Bahn
kommt er beim 12. Posten an.
Dann geht es nochmals steil bergauf
mit letzter Kraft zum Zieleinlauf.
Doch kaum erholt, der Bucher spricht:
„Soo unfair setzt man Posten nicht !!!“

Die Läuferin Florinda Glur (10/04)

Die Läuferin Florinda Glur
ist eine Freundin der Natur.
Die Flora ist ihr sehr vertraut,
vom Bärlauch und dem Knabenkraut
vom Günsel und den Heiderosen,
zum Eisenhut, den Herbstzeitlosen.
Sie labt ihr Herz und ihr Gemüt
an allem, was da spriesst und blüht.
Sie wandelt froh durch Hain und Flur,
von Stress und Hetzen keine Spur.
Sie bleibt sogar zuweilen stehn,
den Waldameisen zuzusehn.
Von jedem Lauf ein Souvenir!
(Besonders gern von einem Tier)
Ein mutterloses Vogelei,
ein abgestossnes Hirschgeweih.
Und über ihrem Ehebett
Hängt gar ein halbes Elchskelett.
So denkt Florinda voller Glück
An ihre OL’s gern zurück.

Der Läufer Hermann Kauer ist 11/04

Der Läufer Hermann Kauer ist
OL-Ernährungsspezialist.
Je nach der Läufe Eigenheiten
muss er die Menus zubereiten.
Der altbewährte Runkelnsaft
gibt in der steilsten Steigung Kraft.
Der kalt purierte Löwenzahn
gibt Tempo auf der längsten Bahn.
Risotto-Nudeln-Mais-Gemisch
erhält bei schlechtem Wetter frisch.
Was Hermann Kauer nie vergisst:
Gründlich zu kauen, wenn er isst!
Das raucht und duftet, riecht und dampft,
wenn Kauer beisst und mahlt und mampft.
Am nächsten Lauf bei Teufenthal,
da läuft der Kauer optimal.
Dann wird die SI-Card ausgelesen....
Mit einem Sieg ist’s nichts gewesen!!??
Nicht nur das rechte Futter zählt.
Was zählt, ist, dass kein Posten fehlt!!!

Der OL-Läufer Victor Schranz Dezember 2004

Der OL-Läufer Victor Schranz
zieht seine Saison-Schlussbilanz:
„Wär ich beim Spitzentram geblieben,
zum Drei gelaufen statt zum Sieben,
hätt ich kein kaltes Bier getrunken,
der Frau beim Endspurt nicht gewunken,
mir nicht den linken Fuss verquetscht,
bei OVO-Posten auch gebätscht,
hätt mich die Wildsau nicht erschreckt,
hätt ich den Trichter gleich entdeckt,
wär ich im Bach nicht abgesoffen,
hätt ich den Strunk nicht überloffen,
hätt ich brutal zuerst gestempelt,
die andern alle weggerempelt
und nicht geholfen den zwei Damen,
die selber nicht mehr weiterkamen,
und meinen Kompass nicht geschlissen.....
Ich hätte stets gewinnen müssen!
Drum hol ich – das ist völlig klar –
Seriensiege nächstes Jahr!!“


Die Motivation Januar 2005

Besonders wichtig ist, man weiss es schon,
in jedem Sport die Motivation.
Der OL-Läufer Gustav-Friedrich Gnehm
hat diesbezüglich leider ein Problem.
Drum kauft er sich das grosse Standardwerk:
„Elan und Pep im Sport” von Ralph C. Merk
mit Text, Tabellen und mit vielen Bildern,
die klar und leicht verständlich schildern,
wie jedermann durch Merkens Theorie
erfolgreich wird im Sport wie vorher nie.
„Nicht schon am Anfang mutlos resignieren!”
„Gezielt und streng und intensiv Trainieren!!”
„Fundiertes Training ist das A und O!!!”
Das sieht der G.F. Gnehm jedoch nicht so.
Er knurrt und mault mit grimmigem Gesicht:
„Vom Typ her bin ich schlicht und einfach nicht
konstituiert, mich derart anzurackern,
und mühsam einen dicken Wälzer durchzuackern.”
Und er versorgt das Motivationsbuch schnell
zuoberst hinten links in dem Gestell...


Die Extrawurst * Februar 2005

Für OL-Läufer Doofy Büttenstahl
sind dicke Extrawürste ganz normal.
Der Frauenfelder-Meldeschlusstermin,
der gilt für alle andern – nicht für ihn.
Die Meldechefin ist jedoch nicht so,
der Doofy Büttenstahl, jetzt ist er froh!
Am Wettkampfmorgen ist er sehr in Eile,
er ignoriert die Läufer-Parkplatzpfeile.
Keck reiht er seinen flotten Minivan
beim Wettkampfzentrumparkplatz hinten an.
Die halbe OL-Beiz in der Kantine
missbraucht er als Depot und Strip-Kabine!
Und nach dem langen äusserst strengen Lauf
sucht er die nahe Damendusche auf
beim WKZ im Gang gleich nebendran.
Da kommt er aber mehr als übel dran!
„Gaaat’s no ?? – Saufrech ist der! – Und stinkbequem!!
Jetzt aber – allez hopp – hinaus mit dem!!!”
Wer wollte schon dem doofen Doofy gleichen ?
Mit einer Extrawurst als Markenzeichen !!
* Alle Aehnlichkeiten mit lebenden Personen sind selbstverständlich nicht ganz ungewollt.


Kinderhort März 2005

Das OL-Ehepaar Bachelli-Bordt
beliefert stets den OL-Kinderhort
mit Söhnen Balzli (4) und Nicky (3),
auch Tochter Schnuggi (2) ist mit dabei.
Das süsse, kleine Baby Marion
ist in der Pampers-Windeln-Fraktion.
Man deponiert im Hort auch eine Tasche
mit Menuplan „For Kids” und Schoppenflasche.
„Crémeschnitte, Snacks und Quarkies... Nicht vergessen
den Schoggiriegel vor (!) dem Mittagessen.
Und, wisst ihr, unsere lieben Kindern pflegen
nur das zu essen, was sie gerne mögen!”
Dann macht das Paar Bacchelli-Bordt sich fort,
der Nachwuchs bleibt zurück im Kinderhort.
Und wie die lieben Kleinen ihre Zeit verbringen!!
Da könnte man ein lautes Liedlein singen.
Sogar die coole Chefin mault und stönt:
„Jetz Gopfridstutz, die Goofen sind verwöhnt!”

Zeile 19 / 20 Variante 2
Zuletzt, und das ist wirklich überrissen,
die ganzen Pampers-Windeln vollgesch...!

Zeile 19 / 20 Variante 3
Zuletzt, das ist doch wirklich nicht zum Sagen,
die ganzen Pampers-Windeln vollgeschlagen.

Zeile 19 / 20 gültige und versöhnliche Version:
„Was soll’s ! Die Sorte gibt’s halt überall.
Das war zum Glück ein krasser Einzelfall.


Nostalgie April 2005

Rolf, Ernst und Max und René, diese viere,
das sind noch echte OL-Pioniere.
Sie waren einstmals aktiv schon dabei,
als niemand wusste, was ein OL sei.
Sie fuhren mit dem Zug zum OL-Wald.
Der Zug, der macht‘ auf offner Strecke Halt.
Ob Hitze, Kälte, Regen, Dreck, ob Schnee,
die Garderobe war im Zugscoupé.
Und wie sie sportlich ausgerüstet waren
beim Steinzeit-OL vor gut 60 Jahren:
Mit Pfadihemp und Recta-Marschbussole,
mit Turnschuhlatschen (flache Gummisohle!),
mit Rotstift, Siegfriedkarte (aus Papier!),
im nassen Wald die Karte ein Geschmier!
P 1 mit Sonnenschirm und Stuhl und Tisch,
P 2 versteckt (vergraben!!!) im Gebüsch,
P3
P4
---
P 12 (im Sumpf) gefunden mit Gefühl,
800 Meter Endspurt bis ans Ziel.
Noch heut als alte Hasen schwelgen sie
in tief empfundner OL-Nostalgie...

Tja – die Liebe ! Mai 2005

Der Läufer Jim und die Marie-Helene
sind aktiv in der Jugend-OL-Szene.
Die beiden sind seit einem halben Jahr
ein sogenanntes OL-Liebespaar.
Im wunderschönen Wonnemonat Mai,
da sitzen sie am Waldesrand, die zwei.
Sie sitzen ziemlich nah und eng umschlungen
(Das ist seit jeher üblich bei den Jungen!).
Marie-Helene – ja, vor allem sie!
Sie spürt den Frühling heftig wie noch nie.
Ein bunter Blumenweg am Waldrand und
ein stilles Bächlein tief im Wiesengrund,
zum Tal hinab ein sanfter Bergeshang
voll Frühlingsblüten-Weideglockenklang.
Marie-Helene flötet, zirpt und geigt.
 Jim lächelt vor sich hin und träumt und schweigt.
Marie-Helen jedoch gibt keine Ruh:
„Sag, Jimmy, sag: Was denkst denn du??“
Der Jimmy meint – nach einem tiefen Schnauf:
„Hier wär ein idealer Zieleinlauf...“

Der Wegliblocher Juni 2005

Der OL-Läufer Jeremias Locher
gilt allgemein als sturer Wegliblocher.
Am Vorstart schon erhellt sich sein Gemüt,
wenn er die vielen schwarzen Linien sieht:
gestrichelt, dünn, dick, doppelt ausgezogen.
gradaus, markant gekrümmt und sanft gebogen.
Weggabel, Kreuzung, Hohlweg, Strassenende –
die Schwierigkeiten meistert er behende.
Kommt er jedoch an wirre Strassenspinnen,
muss er sich meistens ziemlich lang besinnen.
Am allerliebsten wär’s ihm, wenn er sähe
die Posten möglichst in der Strassennähe.
Ist er in Hochform, kann es auch mal sein,
dass er ein Sumpfloch findet quer waldein.
Jetzt rasch hinüber auf die Strasse – los!
Die Siegeschance war noch nie so gross.
Schon blocht er weiter, locker, unbeschwert,
nur leider – 180 Grad verkehrt!
Drum Wegliblocher Locher sag ich dir:
„Denk an den Tomila zwei null null vier!!!“

Die feine OL-Nase Juli 2005

Der OL-Läufer Otto-Gustav Haase
hat eine äusserst feine OL-Nase.
Er liebt besonders raffiniert versteckte
in Kraut und Lauch verborgene Objekte.
Sei es ein halbzerfallner Wurzelstock,
ein moosbewachsner, kleiner Sandsteinblock.
Bei Küpplein, Näslein, Steinchen, Minirinnen,
da kann er meistens mächtig Zeit gewinnen.
Wenn er die Karte in die Finger nimmt,
so kritisiert er sofort, was nicht stimmt:
Grünstufen, Zäune, Hecken und Schraffuren,
Kahlschläge, Trockenrinnen, Signaturen...
Doch Gustav-Otto geht nie in die Irre (?),
herrsch’ auch von Spuren, Pfaden ein Gewirre.
Nur an der SOM, da sucht er noch und nöcher
ein Loch inmitten vieler andrer Löcher...
Den Posten 12 im Loch noch nicht gefunden!
Medaillenchancen aus - vorbei - entschwunden!!
Doch noch nach Jahren ganz entrüstet spricht er:
„P 12, das war kein Loch, das war ein Trichter!!!”

Die Lauf-Analyse August 2005

Der OL-Spitzenläufer Oski Frisch
setzt sich an seinen OL-Bürotisch.
Akribisch, wissenschaftlich macht er diese
extrem genaue OL-Analyse:
Zehnmal vergleicht er seine Routenwahl.
Sein Fazit: So viel quer, das war fatal.
Im Internet die Graphik sagt im klar, 
dass er im Grünen viel zu langsam war.
Durch seine Lupe sieht er erstmals neben
P 11 zwei klar gekreuzte Gräben.
Das war der Attack-Point! Oh, welch ein Frust!!
Die Folge - zwei Minuten Zeitverlust.
Er prüft Beschaffenheit und Neigung
von Pfaden, sucht die kleinste Steigung.
Das schmale Felsband hat er überlaufen;
saublöd! Er könnte sich die Haare raufen,
die ihm am Schluss gradauf zu Berge stehen.
„Ich Obertschumpel hab das nicht gesehen !?”
Entnervt gibt er die Analyse auf.
„Das alles seh ich dann am nächsten Lauf!”

Der Tramfahrer September 2005

Der OL-Läufer Bonifazi Kamm
hat nichts so gerne wie ein flottes Tram.
Drum schliesst er möglichst sich, sobald er kann,
der schnellen Favoritengruppe an.
Bei einem gabellosen Massenstarte,
da schaut er praktisch nie auf seine Karte.
Er folgt diskret, er lässt die andern führen.
Er will nur eins: Nie den Kontakt verlieren.
Er knüttelt, japst und hechelt hintendrein.
Doch plötzlich steht im Dickicht er allein!
Blind tappt er weiter. Halt! Dort laufen sie!!
Der Bonifaz ist glücklich wie noch nie.
Der letzte Stutz! Jetzt fehlt im nicht mehr viel,
und mit dem Spitzentram kommt er ins Ziel.
„So schnell bin ich schon lang nicht mehr gewesen!”
Dann wird sein Bädsch im Rechner ausgelesen.
Der Ausdruck kommt, da steht es schwarz auf weiss,
den Bonifazi schaudert’s kalt und heiss.
Ungläubig glotzt er, völlig irritiert:
„Ein Posten fehlt (der achte) ?!? Nicht klassiert!!!” 


Lernfähigkeit Oktober 2005

Der alte OL-Hase Heiri Beeler
macht selten oder nie den gleichen Fehler.
Nur einmal: „Los wie ein geölter Blitz!“
Vor Posten 1 bereits der grösste Schnitz!
Nur einmal hat er nicht den Badge gelöscht,
weil blindlings, dumm und blöd er losgeprescht.
Nur einmal ist im lnternet er ausgeblieben,
weil er die falschen Posten abgeschrieben.
Nur einmal macht er Fehler, krass wie diesen:
Gelb, meint er, sei der Wald, und weiss die Wiesen!!
Nur einmal lief er einen Posten an:
Oh je - es war nur eine Trainingsbahn!
Nur einmal war er völlig aufgeschmissen,
als ihm der Hosengummizug gerissen.
Nur einmal lief er stur und geistig träge
durch Dornen quer statt auf dem schnellen Wege.
Nur einmal stellt er seinen Kompass ein,
300 Meter quer, ein kleiner Stein ?!
Nur einmal kam er bis zum Kartenrand.
Kein Wunder, dass er keinen Posten fand!
Nur einmal sucht er lang, wo manches Jahr
statt einer Lichtung schon ein Dickicht war.
Nur einmal sah er nicht den Einzelbaum
markant im freien Feld, im Postenraum.
Nur einmal glaubt er, dass sein Kompass spinne,
weil sie nie kam, die kleine Minirinne.
Nur einmal lief er ahnungslos und munter
den Weg nach links hinauf statt rechts hinunter!
Nur einmal änderte er seine Route,
doch leider war’s die schlechte, nicht die gute.
Nur einmal war es, dass er sich verzählte,
die vierte statt die fünfte Schneise wählte.
Nur einmal lief er gar auf seiner Bahn
den Ueberführungsposten zweimal (!) an.
Nur einmal fand er nicht, so ein Banaus!
den Attack-Point, ein grosses Försterhaus.
Einmal hat er den Posten zwar gefunden.
Er glaubt es nicht und dreht noch sieben Runden!
Am Ende wünschte sich der Heiri Beeler:
„Nur einmal einen Lauf, nur einen,
aber ohne neue Fehler !!!“


Nur für harte Typen November 2005

Der OL-Läufer Joggi ,,Jufli“ Bieder
ist OL-Pech-und-Unfall-Punkteliider.
Er rennt und blocht und jufelt viel zu schnell
durch Busch und Dornen, Schroffen und Geröll.
Und keinen Lauf erlebt er ohne Stürze,
das gibt dem OL erst die rechte Würze.
Gelenke, Sehnen, Muskeln, Haut und Knochen
verstaucht, gerissen oder gar gebrochen!
Beim Duschen zeigen sich des Wettkampfs Spuren:
Der Body voll von Schrammen und Blessuren!
Doch dann erzählt der Bieder voller Stolz
von seinem ,,Supersturz” im Schollenholz.
Und wie er sich den ganzen Bauch verbrannte,
als er im Hardwald durch die Nesseln rannte.
Drum pflegt er seinen Rucksack stets zu füllen
mit Pflastern, Salben, Binden und Pastillen.
Er salbt und cremt und taipt und klebt und schmiert,
bis er sich selbst geflickt hat und kuriert.
Und pickelhart verspricht der ,,Jufli“ Bieder:
,,Ich starte spätestens in einer Woche wieder! 

SaisonschIuss-Kaleidoskop Dezember 2005

Der Hobby-OL-Läufer Miggel Spahr
hält Rückblick auf sein letztes OL-Jahr.
Im Pfannenstiel war er zu spät am Starte.
Bei Galgenen nahm er die falsche Karte.
Nicht einen Fehler machte er am Gurten.
Im Chlosterwald liess er sich überspurten.
Den Fuss vertrampt er sich am Rafzerstein.
Im Speck stand er ganz ratlos und allein.
Am Weglilauf von Au, da war er Spitze.
Was war das im Tessin für eine Hitze!
Ein Wildschwein traf er an am Gurisee.
In Oberegg lag fast ein Meter Schnee.
Gegossen hat’s aus Kübeln bei Thalwil.
Am Gupf lief er beinah durchs falsche Ziel.
Am Eggishorn war’s affenmässig kalt.
Ein Superlauf war es im Stazerwald.
Im Kraut stand er im Gnüll bis an die Ohren.
Den Badge hat er im Rüegerholz verloren.
Am Grimselpass hat er sich arg gequält.
Und auf dem Cholfirst liest er: „Posten fehlt!”
Der Sieg auf der Moosalp war sein Triumph.
Im Entlebuch versank er fast im Sumpf.
Suchposten 3 bei Lü hat er gefunden.
Am Tomila da braucht er kaum zwei Stunden.
Saison 05, das sieht der Spahr ganz klar:
„Sie war soso lala wie jedes Jahr!”
Saison 06 beginnt, das weiss er schon, 
am Winter-Stadtlauf in Effretikon.
(Schluss der OL-Typen-Serie, MD)

OL-FunktionärInnen von Markus Diener

aus den OLVZ-News

1. Der Laufleiter bzw. die Laufleiterin * (1/07)

* Zur Erzielung eines korrekten Versmasses nachfolgend
als (OL) Chefin bezeichnet
Laufleiterin / Laufleiter ist, man weiss es schon,
die allererste Kader-Schlüsselfunktion.
Denn ohne ihn beziehungsweise ohne sie,
wann gäb‘s noch einen OL? Ziemlich sicher nie!
Mir reicht‘s mit der Geschlechterkorrektheit bereits! Fortan beschränken wir uns auf
eine einzige Form. Am Anfang unserer Serie schalten wir deshalb höflicheweise
auf das weibliche Geschlecht um.
Die Chefin ist es, die an alle Klippen denkt,
den Schaffensdrang der Funktionäre sinnvoll lenkt,
die dafür sorgt, dass alle die, die helfen wollen,
schon vor dem Wettkampfdatum wissen, was sie sollen.
Wird plötzlich unerwartet gross die Helfermenge,
so regelt eine Warteliste das Gedränge.
Besonders wichtig aber ist beim Vorbereiten
das Knüpfen von Kontakten mit Persönlichkeiten:
Landeigentümern, Förstern, Honoratioren,
Gemeindepräsidenten, Jägern und Sponsoren.
Aufmerksamkeit und Ehr‘ ist denen wohl zu gönnen,
die einen OL wirksam unterstützen können.
Was heisst denn das: Effizient organisieren?
So viele Jobs wie möglich weiterdelegieren!
Anfahrt bequem mit öV bis zum Wettkampfort,
im Zentrum Garderoben, Beiz und Kinderhort,
im Wald ein Netz von 50 idealen Bahnen
für Damen, Kinder, Könner, Plauscher, Veteranen,
Rücksicht auf Bodenbrüter, Wildsausuhlen, Rehe,
Pflichtstrecken, Sperrgebiete in der Waldrandnähe.
Dies und noch vieles mehr sind Angelegenheiten,
die eine OL-Chefin Tag für Tag begleiten,
je nach Gemüt sogar beim Träumen in der Nacht:
,,Hab ich auch wirklich an den dümmsten Fall gedacht?“
Chefsachen sind (so wie bei jedem rechten Feste)
Betreuung, Führung, Information der Gäste.
Für diese, angereist oft aus der halben Schweiz,
ist ein Begrüssungsbüffet von besondrem Reiz.
Nie wird die souveräne Chefin drauf verzichten,
Willkommensworte an die Gästeschar zu richten.
Was man mit einem positiven Start bezweckt
und sucht, ist der Multiplikationseffekt!
Doch Gäste soll‘n direkt und echt und nah erleben,
worum es geht bei Nasen, Kuppen, Löchern, Gräben,
und Trockenrinnen, Einzelbäumen, Wurzelstöcken,
Geröll, Steinfeldern, Zäunen, Bändern, Gruben, Blöcken.
Und wenn ein Knirps (H 10 / D 10) ein Loch entdeckt,
so fördert dies bei Ehrengästen den Respekt
vor einer Sportart, die noch lang nicht alle kennen,
die selber nicht begeistert durch die Wälder rennen.
Und dann bei dem gepflegt servierten Mittagessen:
„Den OL werden wir so bald nicht mehr vergessen!“
So tönt‘s voll Anerkennung aus der Gästeschar.
Das hört die OL-Chefin gern, doch ihr ist klar:
Ist so ein nationaler Monsterlauf gelungen,
wird der Organisation ein Lob gesungen.
Käm es jedoch zu Pannen früher oder später,
so blieb der Chefin (fast) allein, der Schwarze Peter ...

2. Der Bahnleger (2/07)

Die meisten OL-Laien können kaum erahnen,
was es so mit sich bringt, das OL-Bahnen-Planen.
Der Wald, das ist ,,das schönste Stadion der Welt“,
doch eben ,,nur“ ein Wald, wenn es an Posten fehlt.
Bahnlegerdebütanten fangen meist mit Kleinem an,
mit einer ,,Sportli“- oder „Schnürli“-Kinderbahn.
beim Postensetzen
Nach sCOOL-OL‘s und J+S-Bahnenlegerjahren
sind sie bereits als Planer tüchtig und erfahren.
Ein Bahnenlegerkönner ist zu mehr geboren,
zum Einsatz gar an EOM's und an WM's auserkoren.
Als alter OL-Bahnenplanerhase kennt er
Handbücher, Weisungen und Wettkampf-Reglementer.
Er plant ca. 35 Bahnen in demselben Wald
für D und H und Offen, Walker, Jung und Alt,
Familien, Gruppen, Spitzenläufer, Plausch und Troll,
von ,,narrensicher“ bis zu „technisch“ anspruchsvoll.
Doch gibt‘s nebst OL-Technischem ganz andere Themen.
Auf diese heisst‘s beim Bahnen planen Rücksicht nehmen
In keiner Wettkampfplanung lässt es sich vermeiden,
bestimmte Sperr- und Schutzgebiete auszuscheiden,
wo immer noch Botanik-Raritäten stehen,
wie Küchenschellen, Türkenbund und Orchideen,
wo Bodenbrüter angstvoll auf den Eiern sitzen,
wo Rehe sich verstecken mit den süssen Kitzen.
OL-Bahnleger sind drum tunlichst auch gehalten,
Gemeinderäte, Förster, Jäger einzuschalten,
bis jede dieser Notabilitäten spricht:
„Der Lauf, der ist ok. Wir geben grünes Licht!“
der Bahnleger
Hat der Bahnleger dieses alles wohlbedacht,
ist erst die Plan- und Haus- und Vorarbeit gemacht.
Doch was gesammelt ist auf Karten und Papieren,
muss man am Wettkampftag im Wald realisieren.
Sind Änderungen im Gelände auch kartiert ?
Sind alle 100 Posten richtig vormarkiert ??
Und Postennummern, Sportldent und Fähnchenstrecken,
Konfetti.. . . .??? Wirklich nichts darf heute abverheien.
Laufleiter drehn persönlich in der letzten Stunde
im Wald zur Sicherheitskontrolle eine Runde.
Dann steht der Planungschef am Start - die Ersten starten.
Jetzt kann er nichts mehr tun als warten, warten, warten ...
Dann endlich kann er etwas Lila-Pinkes sehn,
,,Aha, ein kleiner Knirps, natürlich ein H 10!“
Der stempelt schnell. Der erste Läufer ist am Ziel!
(Ein erster Läufer heisst nicht allzu viel!)
Die Nächsten laufen ein, Minuten gehen herum.
Das Funkgerät es knistert leis, doch bleibt es stumm.
Bahnlegers Miene fängt jetzt an, sich aufzuhellen:
Noch nichts von Pleiten, Sabotage, Zwischenfällen!
Der Tag verstreicht, und alle sind des Lobes voll:
,,Die Bahnen? Super! Mega!! Klasse!!! Einfach toll!!!!
Bahnleger heute? Wer das war?? - äh - keine Ahnung ....
Doch eins ist klar:
Der Typ versteht etwas
von komplizierter Postensetzerplanung!!“ 


3. Die Startplatzchefin (3/07)

Man kann, ganz grob geschätzt, auf rund ein Dutzend Arten
zu einem OL je nach Wettkampfmodus starten.
Am Start reicht selten eine einzige Person,
meist braucht es eine Startorganisation
und eine Startchefin mit Power und Talent,
die den Betrieb aus eigner Lauferfahrung kennt.
Der Startplatz ist im idealen (seltnen) Falle
nicht weit entfernt vom Wettkampfzentrum (Mehrzweckhalle).
Meist wandert man auf langen, ausgeflaggten Wegen
dem ausgeschriebenen, unbekannten Wald entgegen.
Nach ein paar Kilometern eine bunte Menge?
Dort ist der Start - nur dort gibt‘s ein Gedränge.
Die einen ziehen vor, sich lässig auszuruhn,
die meisten aber haben Wichtiges zu tun:
Der Sieg beginnt im Kopf - ich will mich motivieren,
will Routenwahl und Tempo optimal dosieren!
Nun wird die Startgeländemasse strukturiert,
je nach der Startzeit gruppenweise vorsortiert.
Nicht mehr so wichtig wie in frühern Jahren ist
dank rotem Bahneindruck die sogenannte Püst.
Die Blicke wandern in die Höh‘, die Spannung steigt:
Ob dort die Küchenuhr bald meine Startzeit zeigt?
Aha -jetzt ruft der Vierminuten-Pforten-Funktionär:
,,Rebekka Frei, Franziska Sager, Otto Schär!!“
Der Countdown läuft, man steht im ersten Startgeviert,
man löscht den Bädsch zum x-ten Mal und kontrolliert.
Postenbeschreibung jetzt -oh jee, das dacht ich doch:
Loch, Rinne, Graben, Trichter, Senke, Mulde, Loch ...
Und dann die Musterkarte, und man sieht es bald:
Ein richtiges Gehack - kein Wegliblocherwald!
60 Sekunden noch - einst läutete harmonisch
des Starters Glocke, doch jetzt piepst es elektronisch.
5, 4, 3, 2 ,I, 0 - ti ti ti ti ti tiiii!!
Jetzt presch ich aber los, so rassig wie noch nie!
Wer will, kann jetzt entscheidende Sekunden schinden,
denn bis zum „Startpunkt“ muss man keine Posten finden,
und nach dem Start kommt eine Tarnungs-Fähnchenstrecke
für Tempobolzer hinter eine Dickichtecke.
So läuft‘s, derweil das nächste Startpaket
gespannt und sprungbereit im letzten Gatter steht.
Was tut die Chefin Start in dieser ganzen Zeit?
Sie steht für einen echten Supergau bereit!
Doch von halb zehn Uhr an bis nachmittags halb zwei
zwölfhundertfünfzig starten - alles pannenfrei!
Die Chefin hat den Start perfekt organisiert,
jetzt läuft das Startprozedere wie frisch geschmiert.
PS: Nur eins: Was ist mit den senilen alten Knaben,
die ihrer Bädsch im WKZ vergessen haben?
Startchefin mit Reservebädsch - das wäre richtig!
Doch weil auch Strafe sein muss: „Bei Bedarf zusatzgebührenpflichtig! „ (md) 


4. Der Zielchef (4/07)

Die nachstehende Ballade gilt nur für ganz schlichte Läufe mit Einzelstart.
Bei Staffeln, bei Wettkämpfen mit Jagd- oder Massenstart, bei publikums-
wirksamen Veranstaltungen mit Überlaufposten, Fan- und VIP- Bereichen,
Warteräumen und Fahnenübernahmezonen gibt es selbstverständlich wie-
der ganz andere, vielseitige Anforderungen an den Chef Zielorganisation!
Von Hektik und von Hochbetrieb am OL-Ziel
sieht man seit EDV-Präsenz an Läufen nicht mehr viel.
Das Zielband hängt von Baum zu Baum als Transparent
mit ZIEL beschriftet, wie man es von jeher kennt.
Was kann man am (fiktiven) Zielstrich noch erblicken?
Genügend ,,Sportidente“, um die letzte Zeit zu drücken.
Im Lehnstuhl sitzend sorgt ein Zieleinlaufsolist,
dass niemand nach dem Spurt den Zielzeitdruck vergisst.
So ist es heut, doch darf man wieder mal erwähnen:
Einst war der Zielchef der "mit Haaren an den Zähnen“,
der stresserprobt und nervenstark stets garantierte,
dass seine Zielequipe clever funktionierte.
Der Vorsortierer nahm entschlossen in Empfang,
wer vor dem Zielschlauch noch um die Sekunden rang,
bis jede(r) aus der wild- und buntbewegten Meute
sich fügsam in die Zieleinlaufkolonne reihte.
Das stressigste von allen Registrierproblemen:
Wie konnte man perfekt die Einlaufzeiten nehmen?
Der Einlaufzeitenbrüller brüllte, dass man‘s hörte,
die Zeit genau, wenn man den Zielstrich überquerte.
Am Zielstrich-Kartenschnapper kam man nicht vorbei,
ob spurtend, trabend, toppfit, groggy - einerlei!
Er bracht‘ es fertig, jede Karte sich zu schnappen
kein Jufli und kein Träumer ging ihm durch die Lappen.
Der Schreiber nebenan am Tisch war sehr beweglich:
Dank Konzentration und Uebung war‘s ihm möglich,
die Einlaufzeiten selbst bei Stossbetrieb zu hören,
sich nicht an Hektik und am Zielgeschnorr zu stören
und ohne hin und her zu raten und zu fragen,
korrekt die Zielzeit in die Karten einzutragen.
Dann tat die Zielzeittechnik einen Quantensprung,
das Streifentippgerät war die Verbesserung!
Zu tun gab‘s nun am Zielstrich nicht mehr allzu viel:
Pro Einlauf einmal tippen - fast ein Kinderspiel!
Sofern die Printmechanik tat, so wie sie sollte,
stand alles auf dem Streifen, was man drucken wollte.
Der Kartenschnapper blieb auch jetzt noch äusserst wichtig.
Einlauf- und Kartenreihenfolge, alles richtig ?
Der Nagelbrettbetreuer steckte Blatt auf Blatt,
bis er so 20, 30 Stück gestapelt hat.
Und dann befahl der Zielchef: „Serie ist komplett!
Vergleichen: Kartenstapel - Zeiten !! Neues Brett !!!„
Und während man die neuen Zeiten registrierte,
gab‘s nur noch eines, das den Zielchef interessierte:
Was durfte er (genagelt und gedruckt) erwarten ?
Gleich viele Einlaufzeiten wie gespiesste Karten !
Dann trat der Kartenbringkurier in Aktion
und machte sich per Rad zum WKZ davon
Das ist ein Rückblick auf die Zielorganisation gewesen.
Das nächste, ziemlich anspruchsvolle Stichwort heisst dann
,,BADGE AUSLESEN!“


5. Die EDV-Chefin (1/08)

Zutritt verboten! Rechnungsbüro!! Schiedsgericht!!!
In diesen Raum gelangte einst das Fussvolk nicht.
Hier amtete ein Oberboss, der kommandierte,
den umfangreichen Bürokram organisierte.
Verdreckte Karten gab es noch und nöcher,
vor lauter Moos und Humus sah man kaum die Löcher.
Der Stempel 13 war vom Stempel 12 verdeckt!
War diese Lochung falsch? War sie noch knapp korrekt?
Die Startzeit von der Zeit am Ziel zu subtrahieren,
ergab die Laufzeit (immer zweimal kontrollieren!)
Zuletzt ward‘s der Papierkriegmannschaft wohl und wöhler,
in all den Kartenstapeln gab es keine Fehler.
Ranglisten tippen, etwa I000 Blatt kopieren,
samt Karten in die Couverts - fertig zum Spedieren!
Der Rechnungsbüromannschaft musste es gelingen,
am Wettkampftag noch alles auf die Post zu bringen.
Doch plötzlich war der Rechnungsbürostress zu Ende,
mit EDV kam eine epochale Wende.
Die Rechnerei besorgt das EDV-System
blitzschnell, effizient, geradezu bequem.
Was lange Stress, Gejufel, Hetzerei gewesen,
das heisst jetzt schlicht und einfach : ,,Sofort Zeit auslesen!“
Zu tun gibt es im Rechnungsbüro nicht mehr allzu viel,
Ja, mancher Laie denkt, das sei ein Kinderspiel.
Was in der OL-Szene jeder OL-Säugling kennt,
heisst nicht mehr ,,Mama, Papa“, sondern ,,Sport-ldent“!
Die Chefin EDV ist technisch interessiert.
Sie weiss, wie man den ganzen High-Tech-Laden führt.
Sie schwärmt, sie träumt sogar von Bits und Prozessoren,
von Beamern, Kabeln, Druckern, Monitoren...
Sie denkt daran: Auch neuste Technik ist empfindlich,
drum plant sie systematisch, redundant und gründlich.
Ein Risiko wär‘s, einfach Daten anzureichern.
Drum will die Chefin: Alle Resultate sichern, speichern!!
Zudem gibt es im EDV-Team Spezialisten,
die auch bei einem Absturz wüssten, was sie müssten.
Doch wenn der Zeiten-Rechner wirklich stille steht?
Wenn in der EDV-Zentrale nichts mehr geht??
Dann ist ein Stündchen Pause in der OL-Beiz
bis zum Ranglistenaushang von besondrem Reiz!
Die Chefin-EDV spricht: ,,Keine Panik, Leute!
Das war die erste und die letzte Panne heute.
In Kürze ist der Wackelstecker repariert.
Die Zeitauslesung rattert wieder wie geschmiert.
Kurz nach dem Bädsch-Kontakt schon liegt sie auf dem Tische,
die frischgedruckte End- und Zwischenzeiten-Fiche.
Was sich vom Lauf erfassen lässt, das ist komplett!
Jetzt wie der Blitz den Zahlenberg ans lnternet!!“
Doch was beim Warten auf sein Laufergebnis
manchen unbedachten Jufli quält:
Wenn auf dem Zettel nur nicht oben rechts
ganz dick gedruckt steht ,,Sorry, Posten fehlt!“
MD 

6. Der Chef Material und Bauten (2/08)

Was braucht‘s für einen OL? Gar nicht viel:
Ein Waldstück, eine Karte, Kompass, Start und Ziel,
rotweissse Postenbänder, Zangen, Stempelblatt,
Farbstift und Klebband, Stoppuhr (wenn man eine hat).
Das mochte stimmen in den OL-Steinzeitjahren,
als alle mit dem Minimum zufrieden waren.
Wer heute einen Lauf organisieren will,
der merkt: Im Sport, im OL, stand die Zeit nicht still.
Viel mehr muss so ein Wettkampf-OK vorbereiten
als OL-Pioniere in den alten Zeiten.
Nicht alles, aber viel hat seither geändert!
Ein WKZ mit allem Drum und Dran ist Ständert.
Ein grosses Schulhaus wär stets günstig und bequem,
doch ist das WKZ im Wald, gibt‘s ein Problem.
Vom üblichen Komfort auch nicht die kleinste Spur,
Waldwiese, Waldrand, Panorama - schlicht: Natur!
Jetzt tritt der OK-Chef für Bau in Aktion:
Am schönsten Platz entsteht ein OL-Stadion.
Der Bau-Chef hat in seinem OL-Arsenal
Werkzeug, Geräte, Bauholz, alles Material:
wie Klammem, Pfosten, Stangen, Haken, Ketten
und Vorschlaghämmer, Leitern, Trockentoiletten
und Plastikbänder, Balken, Spaten, Pickel, Beile,
ein Notstromaggregat samt Treibstoff, Absperrseile,
ein Bodenbohrer, Stacheldraht, mobile Wände,
Holzschnitzel, Sägemehl für sumpfiges Gelände
und was man sonst im WKZ noch brauchen kann.
Lang vor dem Wettkampf fängt die Bauequipe an
und fabriziert, was jeder Ressortchef bestellt:
das Eingangstor, die Fahnenburg, das Küchenzelt.
Der OL-Beizer wünscht sich Theken, Tische, Bänke,
Anschluss für Wasser / Strom und Tiefkühlschränke.
Dann wird beim Ziel die Einlaufbrücke konstruiert,
die fotogen am Publikum vorüberführt.
Das Zeit-Ausleseteam benötigt einen Ort
mit Nässe/Kälteschutz und einem Hauch Komfort.
Der EDV-Chef und der Bau-Chef garantieren,
dass Drucker und Computer sicher funktionieren.
Natürlich gibt‘s nach einem Lauf im Dreck auch jene,
die leben können ohne alle Hygiene.
Doch wird es von der grossen Mehrheit ästimiert,
wenn unser Bau-Chef eine Dusche installiert.
Zwar könnte jeder Chef nur für die selber schauen,
das würde aber heissen: Bastelei beim Bauen.
Der Bau-Chef sägt und hämmert hinter den Kulissen,
gehört zu denen, die selbst wissen, was sie müssen,
der dazu beiträgt, dass es all den Läuferscharen,
die eifrig auf der Postenjagd im Walde waren,
nach ihrem Lauf im ,,schönsten Stadion der Welt“
auch im perfekt organisierten WKZ gefällt.
md
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