Lang-OL

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Der Lang-OL bzw. die Langdistanz ist die längere der drei OL-Einzeldisziplinen (neben der Mitteldistanz und der Sprintdistanz). Vor Einführung der Sprint-OL-Disziplin Anfang der 2000er Jahre wurde der Lang-OL als Klassik-OL bzw. Klassische Distanz bezeichnet.

Der Lang-OL bzw. Klassik-OL weist die größte Vorgeschichte aller OL-Disziplinen auf. In den Anfängen des Orientierungslaufs wurden nahezu alle Einzelwettkämpfe in dieser Disziplin ausgelaufen, bevor ab Anfang der 90er die kürzeren, öffentlichkeitswirksameren Disziplinen Mittel und Sprint entstanden.

Weltmeistertitel über die Langdistanz (bzw. Klassische Distanz) wurden in allen Orientierungsdisziplinen von Anfang an vergeben. Im Fuß-OL ist dies seit 1966, im Ski-OL seit 1975 und im MTB-O seit 2002 der Fall.

Die englische und damit offizielle internationale Bezeichnung für den Lang-OL lautet Long Distance (früher Classic Distance).

Zu beachten ist der Abgrenzung des heutigen Lang-OLs zur früher als Langbahn-OL bzw. Langstrecken-OL bezeichneten Disziplin. Diese längste OL-Form wird seit der Umstellung der Bezeichnungen 2002 als Ultralang-OL bzw. Marathon-OL bezeichnet.


Technische Anforderungen

(Die Ausführungen gelten für den Fuß-OL, sind aber für die anderen Orientierungssportarten analog anwendbar)

Die Sieger-Richtzeiten der IOF für die Eliteklassen beim Lang-OL liegen für die Damen bei 70 bis 80 Minuten, bei den Herren bei 90 bis 100 Minuten. Die Bahn ist demzufolge je nach Gelände bei den Damen meist zwischen 12 und 15 km, bei den Herren zwischen 16 und 20 km lang. Internationale Qualifikationsläufe oder regionale Langdistanz-Wettkämpfe sind meist etwas kürzer mit Siegerzeiten von rund 60 Minuten. Der Startabstand beim Lang-OL beträgt in der Regel 3 oder mehr Minuten. Als Kartenmaßstab ist 1:15000, in Ausnahmen 1:10000 zugelassen.

Gemäß den Vorgaben der IOF sollen beim Lang-OL vor allem die physische Ausdauer, die Tempohärte, sowie verschiedenste Orientierungstechniken besonders gefordert sein.

Das Wettkampfgelände besteht in der Regel aus Waldgelände, ideal sind wechselnde Abschnitte mit variabler Belaufbarkeit. Die Postenstandorte sind im Schnitt technisch weniger schwierig als beim Mittel-OL, sollten aber in ihrer Schwierigkeit variieren. Gelände und Bahn sollen physisch fordernd gestaltet sein und großräumige Routenwahlprobleme eröffnen, die häufig mit laufentscheidend wirken. Die Schwierigkeit für die Läufer liegt unter anderem darin, über einen langen Zeitraum hinweg Lauftempo und Konzentration hoch zu halten. Häufig verwenden Bahnleger deshalb am Ende einer Langdistanz-Bahn kürzere, technisch anspruchsvollere Postenverbindungen, bei denen noch einmal vollste Konzentration gefragt ist.

Die Langdistanz gilt noch heute als die "Königsdisziplin" des Orientierungslaufs und hat häufig noch einen höheren Stellenwert als die (eigentlich gleichberechtigten) Disziplinen Mittel und Sprint.


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